Seiferts Reisen …

Seiferts Reisen …

Die Geschichte handelt von Seifert, einem kleinen Stück Seife, der so gerne ins Paradies möchte.

Die Seife hat gehört, das Seifenparadies liegt in Amerika. Wie sollte es ihr gelungen jemals bis dahin zu gelangen? Ganz einfach mit der Meeresströmung! Schwimmen kann sie ja, weiß sie längst aus ihrer vorherigen Laufbahn, inklusive der zugehörigen Badewannenerfahrung. Drum springt die Seife kurzerhand entschlossen einfach in den Atlantik. So eine weite Strecke. Um nach Amerika zu gelangen braucht sie jetzt nur mit ihren kleinen Armen zu paddeln. Im Gedanken sonnte sie sich bereits im Golfstrom von Mexico.
Jedoch hat sie dabei leider nicht an alles gedacht. Sie nutzt doch im Wasser ab und wird so über die Zeit im Wasser immer kleiner.
Zumindest duftet das Wasser um sie herum und es gibt auch tolle Seifenblassen.
Doch auch dies konnte die arme Seife nicht trösten.  Aufgrund der Wassermassen im Atlantik eher …  irrelevant. Eine wirklich verschwinden geringe kurzfristige Sache – da bröckelt bereits wieder eines gut duftenden Stückchens ihre weiß strahlenden Körpers ins Meer.
Bedrückt sieht sie sich selbst dabei zu wie sie immer weiter schwindet.

Immer kleiner wurde unsere Seife. Aber als Hauptprotagonist dieser Geschichte war sie nicht gewillt sich unterkriegen zu lassen.
Sie dachte immer, gleich bin ich da ich muss nur noch eine Weile durchhalten. Sie war bereits um über die Hälfte geschrumpft. Normalerweise war es für eine Seife völlig normal das sie sich im Alter bei regelmäßiger Nutzung schrumpfte, doch hier war nicht „normal“. Er war umgeben von trillionen Liter Meereswasser. Dieser Erkenntnis machte Seifert plötzlich ganz traurig. Das bedeutete, sie könne niemals zurückkehren. Der Rückweg, dann auch noch gegen den Strom würde ja mindestens ebenso lange dauern. Kleine Tränen kullerten der armen Seife ihren Wangen hinunter und mit ihnen ein weiteres Stückchen Seife. Sie konnte auch nicht abschätzen wie weit es noch bis ins gelobte Land war. Doch sie sagte sich, nun gut, bei Tränen zerlaufe ich noch schneller als schon so, also … schwamm die traurige Seife immer weiter und weiter und so wurde er immer kleiner und kleiner.

Der Delphin, der fast vorbeischwamm steckte seinen Kopf wie aus dem aus dem mir nichts dir nichts zwischen dein vielen kleinen Seifenblässchen neben unserer Seife aus den Meer. Er hätte unseren Freund beinah übersehen und wollte sich schon fast wieder auf den Weg hinab in die Tiefe machen, als er das kleine Stück Seife im Wasser bemerkte. „Wer oder was bist denn Du?“ quietschte das Tier.
„Seifert. Eine Seife.“ entgegnete der völlig durchnässte Duftstein.
„Kann ich Dir ein wenig Gesellschaft leisten?“
So wurde der Delphin zu Seiferts ersten Weggefährten im Ozean seit über zehn Tagen.
Die Seife blickte den Delfin überrascht an.
Dieser glaubte sich in Erklärungsnot: „Du riechst so gut, und das Wasser um Dich herum riecht jetzt dank dir fast so toll wie du selbst! Suhle ich mich eine Weile in dem Geruch bleibt er gewiss ein wenig an mir haften.“
„Nun wie lange wird das wohl noch so sein?“ schluchzte unsere kleine Seife und fragte dann: „Sag, wie weit ist es noch bis nach Amerika?
Der Delphin entgegnete prompt: „Oh so etwa ein dutzend Tage, vielleicht auch einer mehr, sagt man sich. Aber ich weiß dies auch nur vom Hörensagen her.“ erklärte er entschuldigend. Genauer wüste er es nicht, da er noch nie in Amerika war. Da weinte die Seife gar jämmerlich. Das würde sie ja nie schaffen. „Vorher zerlaufe ich ganz.“
Der Delphin sah wie schnell die Seife sich bei ihrer großen Trauer noch schneller schrumpfte.
Da machte der Delphin ihr ein Angebot: „Ich nehme dich mit soweit, wie es mir von meinen Eltern erlaubt wurde zu schwimmen, mit in die Richtung wohin du möchtest.“
Dann bin ich fein am Duften und du kannst auf meinen Rücken mitschwimmen. Außerhalb des Wassers löst Du dich doch nicht weiter auf, oder?“
„Ich denke nicht.“ antwortete Seifert. „Einverstanden!“
So passierte es das ein Delphin und eine Seife gemeinsam eine große Strecke im Atlantik von Ost nach West zurücklegten. Seiferts Laune wuchs und noch nie war seine Laune besser. Er konnte das Paradies bereits schmecken. Aber irgendwie schmeckte es salziger als er die Badewannen dieser Menschen in Erinnerung hatte.
Sehr schlaue Wesen diese Delphine dachte unsere Seife.
„Delphine sind Säugetiere, wie die Menschen“, berichtete der Delphine, als könnte der Gedanken legen.
Seifert nickte.
„Und Du?“ fragte der neugierige Säuger.
„Ich bin eine Seife.“ antwortete Seifert wahrheitsgemäß. Was sollte er auch schon sein? Eine ganz normale Seife die ins Paradies möchte und dafür musste er nun mal den Atlantik überqueren. Das konnte doch nicht so ungewöhnlich sein. Aber dann dachte er, vielleicht hatten es vor ihm noch keine Seife bis hierhergeschafft.
Der Gedanke machte ihm traurig, dann würde er ja gar keine anderen Seifen im Paradies antreffen. Aber das konnte nicht sein. Nein der Delphin war sicher nur sehr jung und hatte noch nie andere Seifen gesehen – folgerte er.

So zogen die beiden Freunde durch Sonne und Wolken über das Meer. Weitere zehn Nächte verflossen im Wasser (verstrichen = zogen ins Land) und Amerika war noch nicht in Sicht.
Der Delphin wurde sehr traurig, den Seifert war ihm bereits ein guter Freund geworden. Sie machten sogar eine Menge sauberer Witze mit und über einander.
Mit schwerem Herzen sagte der Delphin schliesslich, denn er konnte den Abschied unmöglich weiter hinaus zögern: „Ich darf nun wirklich nicht mehr weiter. Tatsächlich schwamm ich sogar ein Stück weiter und schneller als ich es normalerweise darf.
Es wurden noch ein paar private Worte gewechselt, Adressen ausgetauscht, nun ja zumindest Delphi gab Seifert seine Meerescorallenriffadresse „Gibralta Klifftunnel 3“ an, Seifert hatte ja noch keinen festen Wohnsitz. Aber was hier gesagt wurde ist privat und hat nichts im Internet verloren, deshalb überspringen wir diesen Teil in unserer Kurzgeschichte einfach.
Die beiden Freunde wünschten sich nur noch viel Glück auf ihrer weiteren Reise und verabschiedeten sich winkend voneinander.

Seifert glaubte sich nun nur noch etwa zwei Tage von seinem Ziel entfernt. Wenn das Wetter so bleibt werde ich in Kürze die Küste Amerikas sehen. Voller Tatendrang paddelte unsere Seife voran. Die Wellen wuchsen und die Gischt peitschte ihm oft wild ins Gesicht. Doch es fühlte sich auch an, als würde ihn jemand antreiben. Er hatte Rückenwind. Es ging nun schneller voran. Doch die Stunden krochen nun auch eher mühselig voran. Er war Müde und das Meer so ungnädig endlos.
„Schwimm nicht weiter!“ rief ihm da eine Schildkröte mit rauer Stimme an.
„Ein Sturm zieht auf. Es ist hier oben  wäre viel zu gefährlich. Du solltest hinabtauchen so wie ich es tun werde.“
Seifert sollte dankbar sein für den kostenlosen Rat, doch die Seife war so müde und wollte eigentlich nur schlafen. Es auf sich beruhen lassen um endlich einfach die Augen zu schließen.
Die Schildkröte erkannte die Not in der sich Seifert befand. Da Boot die große Schildkröte der kleinen Seife an: „Ach weist du,“ sagte sie, „in meinen Panzer ist noch so viel Platz, komm doch einfach mit mir. Du kannst heute Nacht bei mir im trockenen schlaffen.“
Seifert erkannte sofort – dies war seine Rettung. Er würde nicht nass und dadurch auch nicht weiter zerbröckeln.
„Ich mach das hier nicht nur für Dich, hörst Du? Du riechst einfach wohltuend, ich denke nach deiner kurzen Rast werde ich ebenso köstlich zu schnuppern sein. Vielleicht sollte ich meine Gattin wieder beizeiten aufsuchen.“ Sagte die Schildkröte eher zu sich als zu seinem Untermieter. Die Schildkröte wollte nur ungern zugeben das sie dem Seifenrechteck half.

Der halt im Panzer der alten Schildkröte war nicht von langer dauer. Bereits am nächsten Tag wollte die Seife wieder aufbrechen. „Schildkörte du hast mir wohl geholfen und dein Geruch ist ebenso angenehm wie der meine. Ich werde nun Aufbrechen. Die Schildkröte zuckte mit den Schultern. Der Sturm war vorüber. „Nun gut, und wo willst du nun hin?“ wollte die Schildkörte beiläufig wissen.
„Nach Amerika sagte da die Seife!“ sagte die Seife. „Jeder sollte an seinen Träumen festhalten.“

So Geschah es denn auch. Seifert hielt an seinen Traum ganz alleine fest und einsam ging seine Reise weiter.

Große Wellen versuchten die Seife immer wieder zu ertränken. Doch die Seife blieb tapfer. Nur das salzige Wasser setzte unsere Seife viel mehr zu als unser Süßwasser zuhause. Seifert schrumpfte immer weiter. Auch wenn er Amerika wohl nimmer erreichen werde, wollte er nicht aufgeben und so ging auch dieser Sturm vorüber.

Als die Seife alle Hoffnung aufgab und überhaupt nicht mehr weiter wusste hielt sie inne. Sieh alter Narr. Kein Paradies in Sichtweiter aber mich selber kann ich beim zerfallen beobachten. plötzlich erfasste ein gefährlicher Strudel den Armen und zog die Seife zu sich hinab in die Tiefe.

Dies war der große Zeitstrudel Nimeriel.

Er zog die Seife bis auf den Meeresgrund. Der Strudel wurde durch ein Zeittor hervorgerufen. Ein seltenes Relikt das alle Zeiten überdauerte, damals erschaffen von den Atlanern, den Ureinwohnern der versunkenden Insel Atlantis.
Diese gaben an das zivilisierteste Volk auf der Welt zu sein. Sie können sogar Verknüpfungen durch die Zeit aufnehmen. So war es ihnen möglich zu jedem Ort dieser Welt zu jeder Zeit zu reisen.

Ein Zufall hatte Seifert hierhergebracht, nach Atlantis. Oder war es Schicksal?

Verwundert sah die Seife sich plötzlich ein dutzend Atlanern gegenüber.
Einer der Atlaner fragte erschrocken, wer oder was bist du?“
Da entgegnete unsere kleiner Seifert: „Kennt ihr Seife?“
„Nein! Was ist Seife?“
„Und dann wollt ihr zivilisiert sein?“ Seifert rümpfte erschüttert seine Nase.
„Seife hält Sauber und sie riecht gut!“ erläuterte die Seife den Ureinwohnern seine Funktion.
Er roch wirklich sehr gut, im Gegensatz zu den Atlanern, die rochen eher unangenehm. Viele waren schmutzig und vom Dreck längst ganz kran geworden.

Seifert erklärte den verdutzenden Insulanern: „Wenn man zivilisiert ist dann wäscht man sich mit Seife. Das pflegt und hält den Anwender sauber. Dann wird man auch nicht so schnell krank und kann sich nicht mit den vielen kleinen schmutzigen Bakterien anstecken die sich ansonsten im Dreck verbergen können.

So kam es, dass die ersten mutigen Atlaner sich der Herausforderung der Seife stellten. Sie fingen an diese besondere Seife zu benutzen. Dadurch wurden sie viel sauberer als vorher. Die Atlaner waren begeistert sie dufteten fein und die Krankheiten verschwanden allmählich. Seifert war zwar ein wenig traurig das er Amerika nun doch nicht mehr sehen würde, doch er folgte seiner Bestimmung. Er tat das wofür er auf der Welt war, und es fühlte sich gut an. Jedes Leben geht einmal zu ende, was nicht schlimm ist, wenn man ein erfülltes Leben hatte – und eben dies schien seine Bestimmung zu sein. Zum ersten Mal sah er sich mit Freude dabei zu wie er immer kleiner wurde. Doch er war glücklich da sie den Atlanern half. Diese wiederum erkannten das Problem das die Seife dabei war zu schwinden. Da fragten sie eines Tages, liebe Seife bevor du verschwindest, wie wirst du gemacht.
„Aus pflanzlichen Fetten in geheimer Rezeptur, mehr darf ich nicht verraten.“
Da schwiegen die Atlaner, doch in Wirklichkeit waren die klügsten Köpfe der Atlaner bereits damit beschäftigt selbst Seife herzustellen. Es gelang ihnen schlussendlich. Jetzt gab es plötzlich überall Seife für die Atlaner.

Auch Seifert wollte man nicht so einfach beerdigen. Sie ergänzten Seifert mit feinsten seiflichen Zusatzstoffen und machten ein neues großen rechteckiges Stück Seife aus ihm.
Er bekam einen Ehrenplatz im Museum. Darüber hinaus waren wirklich alle recht lieb zu ihm.

Den Atlanern haben wir zu verdanken das wir uns so gut pflegen und daher so gesund sind. Da sie also in Wirklichkeit die Seife erfunden haben die heute doch ein jeder von uns nutzt. Doch wer hat die Atlaner dazu gebracht Seife zu erfinden? Richtig Seifert die Seife.

Als Seifert sein langes friedliches Leben eines Tages fröhlich gefragt wurde warum die Seife eigentlich im Meer schwamm antwortete diese: „Es ist gut Träume zu haben und daran festzuhalten, selbst wenn man diese nur selten aus eigener Energie erreichen kann. Doch aus dieser Energie und auch sich dabei helfen zu lassen kann viel gutes entstehen.
Man muss nur immer daran Glauben niemand weis, ob und wann sich ein Traum eines Tages vielleicht nicht doch noch erfüllt.“

Eines Tages war Seiferts Ehrenplatz im Museum der Atlaner plötzlich leer, und alle fragten sich wo ist Seifert die Seife bloß hin?

Wenige Tage später fanden einer der Insulaner eine Flaschenpost. In dieser Steckte ein Zettel auf dem Stand:

Von Seifert:
Ich bin auf den weg nach Amerika, weil man immer an seinen Träumen festhalten muss …

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